Astrid Keyser, Geschäftsführerin der BAFATEX Bellingroth GmbH & Co. KG, ist auch als Interviewpartnerin gefragt.

Im Kölner Stadtanzeiger (KStA) erläuterte sie für die Ausgabe vom 13.01.2018 kurz die Besonderheiten unseres Unternehmens und unserer Region in Hinsicht auf Weiterbildung, Fachkräfte und die Qualitätsgemeinschaft Berufliche Bildung Region Köln:

KStA: Frau Keyser, Sie sind Chefin eines mittelständischen Unternehmens. Welchen Stellenwert hat Weiterbildung für Sie und Ihr Unternehmen?

Große Bedeutung, da auch wir den wachsenden Veränderungen einer globalen Wirtschaft standhalten müssen, insbesondere, weil wir auch zahlreiche Kunden im Ausland haben. Fundierte und zeitgemäße Kompetenzen sind bei uns wichtig im technischen, digitalen und kaufmännischen Bereich.

KStA: Welche Auswirkung hat der Fachkräftemangel?

astrid keyser bafatexStarke Auswirkungen. Zum einen ist es schwieriger, im ländlichen Bereichen Fachkräfte zu bekommen. Zum anderen sind Fachkräfte für Hersteller von technischen Textilien durch den starken Rückgang der Textilindustrie generell in Deutschland und speziell unserer Region, als ehemalige Textil-Hochburg, fast „ausgestorben“. So sind wir als Unternehmen immer stärker selbst gefordert, neue Mitarbeiter zu qualifizieren. Hätten wir mehr Fachkräfte, könnten wir noch mehr Kunden bedienen.

KStA: Das klingt, als wäre es auch schwierig, passende Qualifizierungsangebote zu finden?

Im kaufmännischen eher weniger, im technischen Bereich, wie bereits gesagt, ist es in der Tat schwierig. Hinzu kommt der Standortfaktor. In der oberbergischen Region ist das Angebot deutlich dünner als in den Metropolen.

KStA: Welche Rolle bzw. Vorteile sehen Sie in der Qualitätsgemeinschaft?

Ich finde es sehr gut, dass die Bildungseinrichtungen der Qualitätsgemeinschaft festgelegten Qualitätsanforderungen gerecht werden müssen und regelmäßig überprüft werden. Ein Vorteil ist auch, dass die Qualitätsgemeinschaft regional aufgestellt ist, nämlich im Bereich der IHK Köln, zu der auch unser Unternehmen  gehört. Somit haben die Bildungsanbieter auch einen stärkeren Bezug zu regionalen Wirtschaft. Wünschen würde ich mir mehr Bildungsanbieter im Oberbergischen und natürlich mehr Bildungsangebote im gewerblich-technischen Bereich.

Das Interview führte Thomas Frey

KStA Interview Astrid Keyser Job Karriere 13 Januar 2018 Ausschnitt

Perspektive durch Bildung!

Aber die richtige finden…                                                 Autor: Thomas Frey

Das ist ein Problem für jeden Einzelnen, aber auch Unternehmen.

Immer mehr Bildungsanbieter überschwemmen den Markt mit immer mehr Bildungsangeboten. Da ist schon der Einstieg in das Berufsleben mit der Suche nach der  passenden Ausbildung oder dem richtige Studium eine echte Herausforderung. Vielfalt an Themen und Möglichkeiten bedeutet eben auch eine Vielzahl an Angeboten, die zu prüfen sind, bevor man einsteigt. Das ist der Preis für deutlich mehr Individualisierung und Spezialisierung im Bildungsspektrum, als dies noch im letzten Jahrhundert der Fall war. Hinzu kommt die Notwendigkeit des „Lebenslangen Lernens“ als Konsequenz des immer geschwindigkeitseifrigeren Fortschritts in einer globalen Wachstumswelt.  Diese Wachstumsdynamik auf der horizontalen (Was mache ich jetzt?) wie vertikalen (Was mache ich demnächst?) Bildungskoordinate ist bereist für Bildungsexperten eine Herausforderung.

Die Entscheidung für eine bestimmte Qualifizierung oder ein bestimmtes Thema ist allerdings erst der erste Schritt, wenn auch ein wichtiger. Für den Erfolg ist von Bedeutung, den bestmöglichen Bildungsanbieter zu finden. Bestmöglich heißt, dass sein Lernkonzept und seine Lerntechnik, seine inhaltlichen Schwerpunkte, seine Räumlichkeiten und Ausstattung sowie Standort und Erreichbarkeit soweit wie möglich den persönlichen Vorstellungen und Wünschen genüge tun. Moderner Präsenzunterricht, Blended Learning, E-Learning, Virtuelles Klassenzimmer sind mittlerweile gängige Lernformen, die den unterschiedlichen Lerntypen spezifisch gerecht werden. Angebotsvarianten in kompakter Vollzeitform sowie berufsbegleitender Teilzeitform ermöglichen Beschäftigten wie Arbeitssuchenden optimale Teilnahmemöglichkeiten. Es gibt Berufsabschlüsse über den Weg der klassischen Ausbildung sowie bei anerkannten privaten Bildungsanbietern. Geförderte Umschulungen ermöglichen vielfach einen späteren oder neuen Berufsabschluss. Die sogenannte Externenprüfung ermöglicht Beschäftigten ohne Berufsabschluss, aber mit einschlägiger Berufserfahrung, auch den Berufsabschluss z. B. vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK) nachzuholen. Anerkannte Aufstiegsfortbildungen zum Meister, Fachwirt oder Fachkaufmann bieten auch ohne Studium gute Aufstiegs- und Selbständigkeitsperspektiven. Sie sind zu Recht im deutschen sowie europäischen Qualifikationsrahmen auf der gleichen Stufe wie der Bachelor, und zwar auf Stufe 6 von 8 möglichen Qualifikationsstufen. Es gibt verschiedenste Fördermöglichkeiten über Landes-, Bundes- und EU-Mittel für Arbeitsuchende, Beschäftigte sowie Unternehmen. Übrigens ist es auch für Unternehmen bisweilen schwierig, ihre Mitarbeiter adäquat zu qualifizieren. Gerade kleine oder mittlere Unternehmen, die keine eigene Personalentwicklung haben und das Thema Weiterbildung mehr oder weniger nebenbei „erledigen“ müssen, haben es nicht leicht, bedarfsgemäße Angebote herauszufinden und zu realisieren. Neben all den aufgeführten Aspekten ist natürlich ein wichtiger Aspekt nicht zu vergessen, und zwar die Durchführungsqualität einer Bildungsmaßnahme.

Gerade mit Blick auf Qualität von Bildung leistet die Qualitätsgemeinschaft einen bedeutenden Beitrag in der Kölner Region. Ihre Mitglieder müssen qualitätsbezogene Aufnahmebedingungen erfüllen und sind vorgegebenen Qualitätsstandards verpflichtet. Das im letzten Jahr eingeführte Sternesiegel spiegelt diesen Anspruch auch optisch wider.

Qualität und Transparenz auf dem Bildungsmarkt zu fördern, das sind die primären Ziele und Handlungsfelder der Qualitätsgemeinschaft.

Um Bildungssuchenden und Unternehmen Hilfestellungen zu geben bei der Suche nach der richtigen Qualifizierung, dem passenden Bildungsträger oder bei Orientierungs- und Qualitätsfragen, engagiert sich die Qualitätsgemeinschaft auf unterschiedliche Weise. Viele Informationen findet man auf ihrer Homepage www.weiterbildung-koeln.de. Jährlich erstellt sie eine Broschüre mit zahlreichen sachdienlichen Hinweisen und Informationen u. a. über ihre Mitglieder und ihre Bildungsangebote, Qualitätskriterien und -standards, Lerntypen und Lernformen.. Die Broschüre enthält auch eine Checkliste für die Suche nach dem richtigen Bildungsanbieter und viele weitere Tipps. Die relaunchte Ausgabe des vergangenen Jahres  ist für Verbraucher noch interessanter und informativer.geworden.. Die Broschüre kann kostenlos bei der IHK Köln angefordert werden. Darüber hinaus ist die QG Mitveranstalter der Kölner (Weiter-)Bildungsmesse und des Kölner Lernfestes und sie wirkt bei vielen bildungsbezogenen Veranstaltungen und Aktionen sowie in zahlreichen Gremien mit. Die Qualitätsgemeinschaft fungiert als Ansprechpartner für bildungsrelevante Institutionen, für Interessenten an beruflicher Bildung, für Unternehmen sowie für Schulabgänger. Die Geschäftsstelle bietet Interessenten auch Orientierungshilfen bei der Suche nach einem passenden Angebot in ihrem Mitgliedernetzwerk an.

Der Kölner Stadt-Anzeiger möchte der Bedeutung des Themas Bildung auch in diesem Jahr mit der Fortführung der im Jahr 2012 eingeführten “Bildungsseite“ Rechnung tragen. Zukünftig wird auch weiterhin an jedem ersten Samstag des Monats die „Job & Karriere“-Seite den Fokus auf das Thema berufliche Bildung legen. Gemeinsam mit der Qualitätsgemeinschaft wird  über Initiativen und neue Entwicklungen im Bildungssektor berichtet, werden Tipps für Aus- und Weiterbildungsinteressenten, Unternehmen und Schulabgänger gegeben, wird über aktuelle Beratungs- und Fördermöglichkeiten sowie Messen informiert.

Informationen unter www.weiterbildung-koeln.de

Komplettansicht der Seite „Job und Karriere“:

KStA-Interview-Astrid-Keyser-Job-Karriere-13Januar2018